Die Geschichte von Pölling

Poelling-1579   Poelling_1500

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von ersten Anfängen bis heute

Jahr Ereignisse
3000 - 1800
v.Chr.
mittlere bis jüngere Steinzeit:
Funde aus Pölling, die sich im Prähistorischen Museum in München
befinden, sowie Funde in Stöcklsberg und Sulzbürg belegen eine
außerordendlich lange Siedlungsgeschichte in unserem Raum
1700 - 800
v. Chr.
Bronzezeit: Hügelgräber in Holzheim ( bei der neuen Kirche )
600 - 100
v. Chr.
Eisenzeit / Lathene: in unserer Gegend siedeln die Kelten:
bedeutsamster Fund: der Goldhelm von Buch b. Etzelsdorf, sowie
Ringwallanlagen auf dem Buchberg, Schloßberg bei Rittershof, Ottberg
und vor allem Sulzbürg ( d. Historiker Schwarz vermutet in allen Orten
mit der Endung -bürg , z.B: Heinrichsbürg eine vorgeschichtliche
Burganlage
100 v. - 300
n. Chr.
Römisches Reich:
in unserer Gegend siedelt der germanische Stamm der Naristen,
der von den Thüringern nach Westen abgedrängt wird.
Münzfunde auf dem Sulzbürg aus dem 1. Jh. belegen - trotz des
später errichteten Limes - rege Handelsbeziehungen zu den Römern.
( in einer von 3 Gründungssagen ist Neumarkt die Fortsetzung einer
vorgeschobenen römischen Militär- und Handelsniederlassung. (Betrachtet
man den Grundriß der Altstatt und oben erw. Münzfunde, so kann man
dieser Sage durchaus Glauben schenken.)
488 endgültiger Abzug der Römer aus den Provinzen nördlich der Alpen: Rätien
und Noricum.
Beginn der Einwanderung der Bayuwaren aus dem Donauraum (Historiker
vermuten den ursprünglichen Siedlungsraum der Bayuwaren im Böhmischen
Raum, der gleichzusetzen wäre mit dem Siedlungsraum der Markomannen
oder Boii ( Bezeichnung der römischen Geschichtsschreiber)
529 Regensburg wird Hauptstadt des Herzogtums Bayern
531 Das Reich der Thüringer, der Hermunduren, das bis ins Altmühltal reicht, zerfällt
unter dem Ansturm der Franken.
673 Gründung des Klosters St. Emmeram durch den hl. Emmeram, einem
angelsächsichen Missionar. Das Kloster St. Emmeram hatte für die Besiedlung
und Missionierung des Sulz- und Nordgaüs größte Bedeutung ( die ältesten
schriftlichen Urkunden von Berching, Mühlhausen und Pölling sind Urkunden
des Klosters St. Emmeram in Regensburg )
749 Gründung des Bistums Eichstätt durch den hl. Willibald, einem Iro-Schottischen
Missionar. Die Missionierung im Sulztal erfolgte jedoch schon vor der Gründung
des Bistums Eichstätt vom Kloster St. Emmeram/Regensburg aus
806 der Nordgau wird erstmals urkundlich erwähnt als Bestandteil des Reiches
von Karl d. Großen. Er errichtete im Abstand von einem Tagesritt sogenannte
Königshöfe ( z.B:Lutrahahof /Lauterhofen und Ingoldestad /Ingolstadt )
Karl d. Große wollte bereits mit der Fossa Karolina, ( Reste sind noch im Altmühltal
erhalten ) eine Kanalverbindung zwischen Main und Donau herstellen.
Man darf davon ausgehen, daß im frühen Mittelalter entlang des Altmühl-,
Sulz-, Schwarzach-, Regnitztales, also durch unsere Gegend, eine bedeutsame
Verkehrsverbindung bestand, in der auch die Technik einen frühen Einzug hielt
( zwischen Neumarkt und Mühlhausen sind um 1280 bereits 7 Mühlen bezeugt )
Kirchen mit dem Martins-Patrozinium sind in mehr als drei Fällen (Fürth,
Altenfurth b. Nürnberg u. Wörth a.d. Donau auf eine Gründung Karls d. Gr.
zurückzuführen, welcher der Sage nach, an den oben genannten Orten, an denen er
bei der Durchreise Rast einlegte, Kapellen mit dem Martinspatrozinium errichten
ließ. Weitere, sehr alte Martinskirchen sind in Lauterhofen, Mühlhausen, Staufersbuch
Klapfenberg, Eglofsdorf, Töging, Dietfurt / St.Ottmar (bis 1699 St. Martins-Patrozinium!)
und nicht zuletzt Pölling. Diese Orte liegen alle auf oder in der Nähe des früh-
mittelalterlichen Handelsweges entlang der Sulz und Schwarzach.
883 erste urkundliche Erwähnung von Berching u. Mühlhausen ( St. Emmeram )
905 - 955 Die Ungarneinfälle (entlang der Donau, Sulz u. Maintales bis Köln) verwüsteten
ganze Landstriche und machten sie menschenleer. Sie wurden erst durch die Schlacht
auf dem Lechfeld 955 bei Augsburg beendet.
976 Kaiser Otto II besiegt den aufständischen Hzg. Heinrich den Zänker von Bayern und
trennt die Nordmark von Bayern ab, das Gebiet von Neumarkt und Pölling ist von da
an unmittelbar dem Kaiser unterstellt.
977 nach mündlicher überlieferung und nach einer unbelegten Beschreibung des
Historikers Löwenthal, (1805 ) der eine Urkunde in Händen gehabt haben soll, soll
die Gründung des jetzigen Ortes Pölling durch einen Sippenältesten Polo erfolgt
sein. (ein damals geläufiger Name: 1028 wird in einer Urkunde von St. Emmeram ein
Polo de Cheminaten erwähnt)
1000 herrscht im Nordgau/Sulzgau ein mächtiger Graf mit Namen Berengar - vielleicht
Namensgeber für Berngau, Bernfurter Mühle, Bernbrand, Bernla, Berntal bei Pilsach?
1025 am 6. Mai verweilt der neu gewählte König Konrad II., von Beratzhausen kommend,
vermutlich auch kurz im bis 1068 noch nicht schriftlich erwähnten Pölling,
ehe er in Schwarzenbruck übernachtet
(Hauptstaatsarchiv München, Signatur: Freising HL 4, Folio 12 (Schwarzenbruck)
1068 erste urkundliche Erwähnung von Pölling in einer Urkunde des Klosters
St. Emmeran unter Abt Ruprecht (1068 - 1080 ) "... Mazil de Pollingan ... "
In derselben Urkunde wird auch ein Edler Buolo genannt, der Güter in
Trautmannshofen und Litzlohe dem Kloster Emmeram übergibt.
Poelling 1068
1147 ein französisches Kreuzfahrerheer zieht von Metz kommend über Nürnberg,
(Pölling), Neumarkt und Hemau ins Hl. Land
1160 erste urkundliche Erwähnung von Neumarkt - ( Zeit der Kreuzzüge )
1180 Entstehung von zwei beidseitig beschriebenen Pergament-Handschriften: Predigten in
lat. Sprache, die Peter Zürcher im Einband alter Kirchenrechnungen entdeckte.
- Entstehung auch des Pöllinger Taufsteines (1829 renoviert)
1181 Herzog Otto von Bayern nimmt in Neumarkt die Huldigung der örtlichen Edlen ent-
gegen u.a.von Schultheiß Wigbold von Bellingen ( Friedrich Barbarossa ist dt. Kaiser)
1183 erste urk. Erwähnung von Berngau ( zum Kloster Waldsassen gehörig )
etwa zur gl. Zeit auch Pelchenhofen als Pellinghofen bezeichnet
1190 Wigbold von Bellingen ist Schultheiß in Nürnberg ( 1050 erstmals erwähnt )
(die Zeit von Richard Löwenherz v. England und Robin Hood )
1249 Ulrich von Bellingen unterzeichnet als Zeuge den Stiftungsbrief von Seligenporten,
in welchem die Güter von Pölling, vorher im Besitz der Leuchtenberger, in den
Besitz des Klosters Seligenporten übergehen
1252 Eberhard von Bellingen hatte von Wolfstein ein Lehen
1254 14.Jan. Gottfried v. Sulzbürg übergibt sein ererbtes Patronatsrecht über
die Pfarrei Pölling an das Kloster Seligenporten
1254 -1273 weitere Urkunden, auch die eines Papstes, bestätigen den Verkauf/Schenkung
der Pöllinger Güter an das Kloster Seligenporten
1269 Ende der Reichsfreiheit, der Nordgau fällt an den Wittelsbacher Ludwig II, den Strengen
1278 Herrman, Plebanus de Belling erster urkundlich genannter Pfarrer von Pölling
1280 Bayerisches Herzogs-Urbar: eine genaue Aufzählung aller Orte und Besitzungen des
Herzogtums Bayern; rund um Neumarkt werden 12 Mühlen genannt.
1293 Ulrich, Heinrich und Wigbert v. Bellingen werden in einer Urkunde erwähnt
1301 König Albrecht belagert Neumarkt, scheitert aber
1322 Als Dank für seine Dienste bei der Schlacht v. Mühldorf am 18. September erhält
Seyfried Schweppermann von König Ludwig die Burgen Pfaffenhofen, Deinschwang, Berg
und Heinrichsbürg ("Jedem Mann ein Ei, dem frommen Schweppermann zwei")
1330 Rittershof wird erstmals erwähnt
1331 Neumarkt u. d. Gebiete der oberen Pfalz fallen an die Pfälzische Linie der Wittelsbacher
1346 - 1352 Pest in ganz Europa; Das Rittergeschlecht d. "Heinzen" (im Pöllinger
Pfarrmatrikel 1558 heißt die Heinrichsbürg: "Heinzburg"!) i. Nürnberg stiftet
das Heilig Geist Spital (vergl.: "Heinzburg" statt Heinrichsbürg auf Landkarten
und im ältesten Pöllinger Matrikelbuch!)
1359 Teilung des Wolfsteinischen Besitzes: Albrecht d. J. und Gottfried von Wolfstein
erhalten u.a. Güter in den Orten Pölling und Zugehörungen zu Heinrichsbürg
1360 weitere Pöllinger Pergamenthandschrift (gotische Fraktur): Hymnus de Trinitate
1362 Im Leuchtenberger Lehenbuch werden Pöllinger Güter aufgeführt:
zB: Hermann Hartung, ein Neumarkter Bürger, besitzt ein Gut, das der Pöllinger
Bauer Merkel Lawer bewirtschatet (1390)
1372 Ritter Heinrich von Loterbeck von der "Heinrichsbürg" verkauft ein Gut zu Oberbuchfeld.
1373 Ritter Heinrich u. Willhelm von Lotterbecken verpfänden die Heinrichsbürg
1381 Ritter Eppelein v. Gailingen treibt sein Unwesen in der Gegend und wird nach
einem vergeblichen Versuch der Nürnberger schließlich in Neumarkt hingerichtet
1407 Ulrich Kurzenhofer, auf der Heinsburg kauft ein Gut zu Loderbach
1410 wird Neumarkt Residenzstadt der wittelsbachischen Linie Pfalz-Neumarkt
1420 beim Bau der Stadtpfarrkirche in Neumarkt werden Steine aus einem Steinbruch
beim Heinrichsbürg verwendet
1467 Stiftung einer Frühmesse in Pölling
1490 eine Musterungsliste der alten Hofmark Berngau nennt einen Mann aus
Pölling mit Namen Romung
16.5.1503 ein Bauer schreibt an den Dekan Johann Leutgeb in Pölling einen Brief, in
welchem er drohte, die Geistlichkeit an Leib und Gut anzugreifen und
unterzeichnete: Kunz Stainl mit der Wilden Rotte
( die Bauernkriege 1513 u. 1524/25 berührten aber Pölling nicht weiter )
1.8.1504 im Bayerisch-Landshuter Erbfolgekrieg zünden die Nürnberger Söldner nach
einer erfolglosen Belagerung Neumarkts das Dorf Pölling an, sowie die Heinrichsbürg,
die Heimburg, das Schloß Grünsberg und andere Gehöfte.
( die Heinrichsbürg war in dieser Zeit ein Jagdschloß der Neumarkter Pfalzgrafen )
22.10.1512 22 Söldner aus Nürnberg überfallen eine Gerichtssitzung in Pölling,
um Hugo Stöhr, den Pfleger auf dem Wolfstein, gefangen zu nehmen
1528 Kaufbrief von Ulrich Seger über den Verkauf von 7 Gütern
1537 Pfarrbuch von Pölling (Pf. Johann Kaufmann): eine Steuerliste der Pöllinger
Bauern, teilweise mit Nennung der Flurnamen (Fragment)
1545 Einführung der Reformation in Pölling
1563 Beginn der Pfarrmatrikel in Pölling; einige Beispiele daraus:
9.4.1564 Heinrich Poppern von der Heingspurg bringt sein Kind Georg zur Taufe
und am 16.11.1565 seinen zweiten Sohn: Johannes.
( die Heinrichsbürg wurde offenbar nach dem Brand vom 1.8.1504 wieder
aufgebaut und war noch bis zum 30jähr. Krieg bewohnt)
19.12.1568 Konrad, Herzog von Coburg läßt seinen Sohn, der in Pölling,
oder auf der Heinrichsbürg zur Welt kam, auf den Namen Stephan taufen.
7.9.1568 Utz Mettel, der Lehrer alhier läßt seine Tochter Magarete taufen
8.1.1571, Bernhart Volprell, Förster auf d. Heingspurg läßt seine Tochter taufen
1585 Pfarrbuch von Pfr. Johannes Apiarius, Abschrift eines nicht mehr erhaltenen,
älteren Orginals
1589 drei Pöllinger Bauern, Mich. Mayr, Hans Hering u. Fellhorn erhalten 6 Gulden
für ihren Dienst beim Umzug des Dr. Mathäus Feldweger in Neumarkt
1611 Gesuch des Pfarres Georg Sonleitner weg. Kleinzehnt in Woffenbach
1611 das Brigittinenkloster Gnadenberg erhält 11 Pöllinger Güter aus dem
Besitz des Klosters Seligenporten
1618 - 48 30 jähriger Krieg: 1626 wird in Pölling wieder die katholische Religions-
ausübung eingeführt
1631 belagert König Gustav Adolf die Stadt Neumarkt, sein Hauptquartier hat er in
1633 große Kriegsnöte durch die Schweden
1634 große Hungersnot in Pölling
1635 die Pest wütet besonders schlimm in Neumarkt und Pölling,
zwei Drittel der Bevölkerung wird dahingerafft.
1648 der zuchtlose Heerhaufen von General Königsmark wütet in unserer Gegend mit
Sengen und Brennen
1690 Pfarrbuch v. Pölling
1696 Verhandlungen über den "Neubruchzehnt"
1699 Pfarrbuch der Pöllinger Filialkirche Heng von Pfr. Leonhard Rheinl
1699 auf der Pöllinger Höhe wird eine kleine Rastkapelle U.L.F Ruhestatt von dem
Lebrosen Ehrhard Reng gestiftet, die bis Ende des 18. Jh. bestand
1701 Pfarrbeschreibung (mit Rechten und Pflichten des Pfarrers v. Pölling)
1703. März -April: die Truppen des kaiserlichen Feldmarschalls Herrmann Otto, Graf von
Limburg-Styrum belagern Neumarkt, die Hauptkräfte und das Hauptquartier
befinden sich in Pölling. (die Zeit der Türkenkriege u. von Prinz Eugen )
1706 Bittschrift des Pfarrers Joh. Leonhard Rheinl um Neubau des Pfarrhofes, da der
alte völlig baufällig und unbewohnbar ist
1709 Hütbrief von Pölling (Vergütungen, Ordnung, etc.)
1710 Descriptio Parochiä Böllingana Beschreibung der Pfarrei Pölling durch
Pfarrer Leonhard Rheinl (in Latein)
1716 / 1742 Grundstückstausch mit Nachbar Stich, wodurch das Pfarrgrundstück
seine heutige Form erhält
1742 Pfarrbuch v. Pfr. Johann Marcus Fuchs (Einkünfte, etc.)
1744 Kaiserliche Soldaten sind in Pölling einquartiert (Spanischer Erbfolgekrieg)
1771 stiftet Hans Georg Haubner ein "nächtliches Geläut für Verirrte"
1775 Pfarrer Kees legt ein Pfarrbuch an("Ordentliche Beschreibung der Pfarr Belling",
in welchem er über 20 Jahre lang alles Wissenswerte über die Pfarrei Pölling
und die Landwirtschaft zu seiner Zeit niederschreibt. Peter Zürcher hat darüber
eine Facharbeit verfaßt!
1784 Die Kirche erhält eine neue Orgel (Orgelbauer Funtsch, Amberg)
1794 eine weitere Beschreibung der Pfarrei Pölling durch Pfr. Joh. Bapt. Krazer
1796 der französiche General Bernadotte erobert Neumarkt, die französichen Soldaten
plündern das Dorf Pölling aus und zünden es an ("die Leute glauben sich
in die Hölle versetzt"). Am 23. August greifen die Österreicher von Berching
kommend an. Veit-Josef Jung öffnet unter Lebensgefahr das Untere
Tor den Österreichern und rettet die Stadt Neumarkt vor der Zerstörung.
1796 - 1823 die Pöllinger Pfarrkirche steht ohne Turm da; 1823/24 Neubau des Kirchenturms
1798 28.Okt.: Verzeichnis der Zehntherrn über den Großzehnt und deren Anteile in
Pölling
1803 Reperatur des Schulhausschupfens
1807 Ende der Leibeigenschaft der Bauern in Bayern
1815 Renovierung des Pfarrhofes
1815 Zehentstiftsbrief über den "Bernhardshof"-Felder-Zehnt (offenbar ein in Vergessenheit
geratener Einsiedelhof im Bereich der Pfarrei Pölling, zw. Pölling u. Heng gelegen)
1820 Armenstatistik von Pölling,
1824 Die Pöllinger Kirche erhält einen neuen Turm, 1825 neue Kirchenfenster
1830 Belege über: Kühkäs(auch: -zins) in Pölling; Pfingstkäs ,
Flachszehnt, Lämmergeld, Hopfenzehnt usw. auch in Holzheim.
1833 baut die Gemeinde Pölling ein Schulhaus: Beschreibung der Schule Pölling,
Schülerzahlen, Lehrer.
Pöllinger Lehrer: - 1568 Utz Mettel, - 1737 Wolfgang Schalkhofer,
- 1772 David Jäger, - 1840 Stich, - 1885 Schultes, - 1896 Josef Hofbauer
- 1910 Glas, sowie Hilfslehrer: Welf, Singer, Weiß
1835 Liste mit Namen u. Hausnamen betreff Blut u. Lämmerzehnt
1837 Beschwerden d. polit. Gemeinde über d. Gottesdienstordnung
1845 Beschreibung des Ortes u. d. Pfarrei Pölling durch den Schulgehilfen Singer
1853 Renovierung des Kirchturms; neuer Turmhelm
1858 Erweiterungen des Friedhofs;
1860 Vergrößerung des Schulzimmers
1860 Wiedererrichtung einer ständigen Kooperatur (Kapläne) in Pölling
1865 Bericht betreff der mangelhaften Schulbildung eines Soldaten aus Pölling
1870 5. Sept., Johann Haunfelder fällt im dt./franz. Krieg 1870/71
1871 Ankauf einer Feuerlöschpumpe, Gründung der Freiw. Feuerwehr Pölling
1881 Vergrößerung des Friedhofes durch den Ankauf des Anwesens Nr 48
1883 Pölling erhält drei neue Glocken (gebr. Klaus, Heidingsfeld, in den
Tönen: es,b und c
1886 Stiftung von 14 neuen Kreuzwegstationen
1888 Juni: Fahnenweihe u. Feldgottesdienst des Krieger u. Kampfgenossenvereins
1889 Schulhausneubau
1891 Pölling erhält eine Turmuhr
1896 Pölling erhält eine Haltestelle an der schon 1871 gebauten Bahnstrecke
Nürnberg - Regensburg. Am 1.Mai um 5.30 Uhr hält der erste Zug in Pölling
um 15 Uhr der zweite aus der Gegenrichtung und wird feierlich empfangen;
die Gemeinde stiftete aus diesem Anlaß 2 Hektoliter Freibier.
1897 Anschaffung einer neuen Orgel (Orgelbaür Edenhofer, Deggendorf)
1901 Renovierung von Kirchturm und Kirche;
1902 Erweiterung des Friedhofs, durch Ankauf des ehem. Schulhauses, Hs. Nr 44
1904 Pölling erhält eine Postagentur
1905 Errichtung einer öffentlichen Telefonzelle durch die Gemeinde im Haus Nr. 95 beim
Krämer und Schuhmacher Schmid
1906 Beginn des Wasserleitungsbaüs. Am 5.12.1909 fand die feierliche Einweihung statt.
1911 Neubau des Pfarrhofes
1917/18 Ablieferung zweier Kirchenglocken (in den Tönen b und c, von Klaus/Heidingsfeld)
1920 Trennung von Kirche und Schule. Die Grundstücke (Schulgarten, Schulwald,
Schuläcker, die der jeweilige Lehrer und Mesner zur Nutzung hatte, wurde der
Kirchenstiftung zur alleinigen Nutzung übergeben
1923 - 24 Versorgung der Gemeinde mit elektrischem Licht
1924 Anschaffung zweier neür Glocken ( in den Tönen b und c; W.Vielwerth, Ingolstadt )
1926 Abbruch des alten und Neubau des Feuerwehrrequisitenhauses auf dem früheren
Anwesen Wild/ Haus Nr. 59
1928 Einführung der elektrischen Strassenbeleuchtung
1932 Am 17.4.1932 stirbt Martin Knipfer, der 32 Jahre lang der Gemeinde Pölling als
Bürgermeister diente.
1934 - 35 Bau eines neuen Gotteshauses. Bei den Grabarbeiten wurde an der Stelle, wo
heute die Kanzel steht, eine Gruft entdeckt, von der bisher nichts bekannt war.
In der Gruft befand sich ein mumifizierter Leichnam, der ein grünes Kleid trug.
Als man ihn anrührte, zerfiel er. Es konnte nicht festgestellt werden, um wen
es sich handelte. Die Inschrift und Jahreszahl auf der Grabplatte war unleserlich.
Poelling_1940
1941 Ablieferung der Kirchenglocken zum 2. Weltkrieg ( die es-Glocke (Klaus/Heidingsfeld
1883, sowie die b und c-Glocke Vielwerth/Ingolstadt,1924)
1945 Am 17.April wird Pölling von den Amerikanischen Truppen besetzt. Zwei Pöllinger,
der Schujaschneider Sepp (Schmid Josef) und etwas später der Becken Moatl
(Feihl Martin) gehen den Amerikanern mit einer weißen Fahne entgegen und
bitten darum, den Beschuß des Ortes mit Atrillerie aus Richtung Berg zu beenden.
Sie übergeben den Ort auf eigene Verantwortung, obwohl sich noch ungarische SS
in Pölling befindet. (diese Szene ist auch in dem Film eines amerikan. Kriegsbericht-
erstatters mit d. Titel: Bayern 1945 - Chronik in Momentaufnahmen festgehalten.
- Insgesamt werden in Pölling durch Kriegseinwirkungen 8 Wohngebäude und
15 Scheunen zerstört. über Hundert Gefallene u. Vermißte sind zu beklagen.
1949 Bau eines Feuerlöschteiches u. eines Feuerwehrgerätehauses. Erneuerung
des alten 1971 angelegten Feuerlöschteiches bei Haus Nr. 107
1950 Bau eines Feuerwehrgerätehauses im Anschluß an das Lagerhaus des Darlehen
kassenvereines Pölling
1950 Bau der Kapelle "Maria, dreimal wunderbare Mutter" auf Anregung von Bischof
Dr. Michael Rackl, +1948; Einweihung am 5.5.1950
1951 Anschaffung von sechs neuen Kirchenglocken (R.Perner, Passau, in den Tönen:
e', g', a', h', d und a'' (Für den Guß der neuen Glocken wurde die
älteste Glocke aus dem 15. Jahrh. eingeschmolzen)
Feierliche Glockenweihe am 23. September.
1951 Dritte Erweiterung des Friedhofs nach Norden hin
1954 Bau des Pfarrheims
1954 - 1958 Erweiterung der im Jahr 1909 erbauten Wasserversorgung. Bau eines Tief-
brunnens mit Pumpenhaus und eines 300 cbm fassenden Hochbehälters
1958 Bau eines kleinen Schulgebäudes mit zwei Klassen.
1963 Neubau eines Schulgebäudes mit sechs Klassen
1962 Elektrifizierung des Glockengeläutes
1963 Die Gemeinde Pölling erhält ein Wappen: 'in Rot eine oben von je einem sechs-
strahligen goldenen Stern begleitete goldene Tanne, deren Stamm ein silbernes
Schildchen mit der blau gekleideten Büste eines Jünglings mit Lockenhaar
aufgelegt ist'
1964 - 1972 Beginn der Kanalisation in drei Bauabschnitten mit Anschluß an die Sammel-
kläranlage in Neumarkt
1970 Neubau eines modernen Kindergartens
1970 - 1972 Ankauf eines Feuerwehrautos und Neubau des jetzigen Feuerwehrgerätehauses
an der B 8
1972 Durch die Gebietsreform verliert die fast 1000 Jahre alte Gemeinde Pölling seine
Selbständigkeit. Der letzte Pöllinger Bürgermeister, Josef Ochsenkühn,
der 24 Jahre die Gemeinde Pölling leitete, übergibt die Verwaltung an die
Stadt Neumarkt.
1972 Bau einer Mehrzweckturnhalle bei der neuen Schule
1973 Anbindung Pöllings an das Neumarkter Wassernetz über Rittershof
1976 - 77 Neuanlage des Friedhofs am Höllbachweg ( in der Nähe des ehemaligen
Pestfriedhofes Sebasti )
1975 - 1982 Erschließung des Baugebietes Dianastrasse
1978 Ausweisung des Baugebietes Pölling Ost mit eine Fläche von 7.9 ha für 65
Bauplätze
1982 Ausweisung des Baugebietes Pölling Bühl mit einer Fläche von 20,5 ha
für 196 Bauplätze
1978 - 1985 Flurbereinigung in Pölling (es besteht die Gefahr, daß jahrtausende alte Flurnamen
in Vergessenheit geraten) - Bau von Regenrückhaltebecken
1980 Bau der Bahnunterführung nach Rittershof
1985 Im Frühjahr schweres Hochwasser in Pölling, im Gasthaus Feihl z.B., steht das
Kellergeschoß bis zur Decke unter Wasser
1985 1. Bauabschnitt des äußeren Ringes um Neumarkt (Pölling-Holzheim-
Blomenhof)
1987 Neuanlage eines 3. Sportplatzes und Neubau eines Sportheimes
1987 Ankauf einer neuen Barockorgel für die Pfarrkirche Pölling
1989 Die Pfarrkirche erhält eine neue Bestuhlung
1991 Neubau des Charite´ Hauses - Pfarrheim
1993 Im Juli wird der Gänselieslbrunnen an der B 8 durch den Gartenbauverein aufgestellt
und die Hochzeitsalle eingeweiht
1993 Am 22.10. wird der Neubau eines Schulhauses mit vier Klassen eingeweiht
1993 - 1994 Errichtung eines Golfplatzes westlich von Pölling
Verkauf des Gasthof Schreiber, des derzeit ältesten Gebäudes von Pölling
1995 Neubau der Maierbachbrücke Postweg
1998 in Pölling findet erstmals ein Weihnachtsmarkt statt
2002 Neubau des Feuerwehrstützpunktes Pölling
2003- 2004 Neubau der Umgehungsstrasse für Pölling mit einem Kreisverkehr.
Bedingt durch seine verkehrsgünstige Lage hat sich Pölling in den letzten
Jahrzehnten zu einen ansehnlichen Ort entwickelt:
Die Gemeinde Pölling umfaßt eine Gesamtfläche von 1065 Hektar.
Bei der Volkszählung:
im Jahr 1813 hatte Pölling 539 Einwohner in 87 Häusern
im Jahr 1939 hatte Pölling 758 Einwohner in 107 Häusern
im Jahr 1950 hatte Pölling 1032 Einwohner in ca. 150 Häusern
im Jahr 1960 hatte Pölling 1253 Einwohner in ca. 240 Häusern
im Jahr 1970 hatte Pölling 1692 Einwohner in ca. 350 Häusern
im Jahr 1994 hatte Pölling 2378 Einwohner in ca. 450 Häusern, u.a.
1989 Wahlberechtigte Erwachsene u. 153 Schulkinder in der 1.-4.Klasse


ich bedanke mich bei Pfr. Michael Kneißel, sowie Pfr. Albert Ott für die
Zurverfügungstellung der Pfarrmatrikel der Pfarrei Pölling,
sowie bei Peter Zürcher, der mir erlaubt hat, Informationen aus seiner sehr
umfangreichen Facharbeit über die Pfarrbücher von Pölling zu veröffentlichen.
    Pölling, den 16.12.2005,   Martin Gmelch
Bilder oben: Auszüge aus zwei Landkarten aus dem 16. Jh.
Bild unten: Ausschnitt aus dem Altarbild von St. Martin
Poelling-Altar



    Links
    www.neumarkt.de Bestandsübersicht Stadtarchiv Neumarkt
    www.bayerische-landesbibliothek-online.de Karte von Pölling um 1830
    www.woffenbach.de Geschichte vom Ortsteil Woffenbach
    www.woffenbach.de Geschichte vom Ortsteil Stauf
    www.sulzbuerg.de Geschichte von Sulzbürg



Copyright ©1997 by M.Gmelch, Mitglied im historischen Verein Neumarkt/Opf
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